03.08.2009
Tausende auf La Palma auf der Flucht vor Waldbrand
La Palma (AP) Rund 500 Feuerwehrleute und mehrere Löschflugzeuge haben am Sonntag den zweiten Tag in Folge gegen einen gewaltigen Waldbrand im Süden der kanarischen Insel La Palma gekämpft. Heftiger Wind fachte das Feuer weiter an. Der Brand geriet zum Teil außer Kontrolle, so dass sich die Feuerwehr bei Fuencaliente und Tigalate zurückziehen musste. Tausende Anwohner mussten fliehen, darunter auch zahlreiche Deutsche. Nach Angaben des deutschen Konsuls José Perez leben in Tigalate rund 2.000 deutsche Familien.Bild vergrößernDie Flammen haben bereits etwa 50 Häuser und mehrere Weinberge zerstört, wie der Bürgermeister von Fuencaliente, Gregorio Alonso, sagte. 4.000 Anwohner mussten sich bereits am Samstag in Sicherheit bringen. 52 Menschen wurden von den Rettungskräften per Schiff evakuiert. Eine Rauchsäule stieg von der Insel weit in den Himmel auf und war auf Satellitenbildern der Feuerwehr klar zu sehen, die Nachbarinsel Gomera hingegen war unter dem Rauch kaum mehr zu erkennen.Rund 2.000 Hektar Land wurden bis Sonntagmittag nach Behördenangaben ein Raub der Flammen. Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero, der sich auf der Insel selbst ein Bild von der Lage verschaffen wollte, zeigte sich am Sonntag betroffen. «Ich bin mir des angerichteten Schadens bewusst. Ich bin selbst Zeuge davon geworden», sagte Zapatero. Er hoffe, dass sich die Lage bald bessere. Die Regierung sandte am Samstag von der nahen Insel
Teneriffa ein Team des Katastrophenschutzes, zudem sollte eine Einheit der Streitkräfte aus der Nähe von Sevilla nach La Palma verlegt werden.Der Brand im Südosten des «schlafenden» Vulkans San Antonio bedroht auch wichtige Naturlebensräume. Behördenvertreter fürchteten unter anderem eine Ausbreitung der Flammen gen Norden in Richtung des Nationalparks Caldera de Taburiente.«La Isla Bonita»Die Brandursache war zunächst unklar. Mehrere heiße Tage hatten auf der sonst relativ grünen Insel jedoch zu großer Trockenheit geführt. Umweltberater Vladimiro Rodriguez erklärte jedoch, mehrere Feuer seien gleichzeitig ausgebrochen - was Brandstiftung wahrscheinlich erscheinen lässt.La Palma ist die naturbelassenste Insel der Kanaren. Popsängerin Madonna hat sie in einem Song unter dem lokalem Namen «La Isla Bonita» (Die schöne Insel) gewürdigt. Ein kleinerer Waldbrand auf der Nachbarinsel La Gomera, rund 30 Kilometer südlich von La Palma, konnte am Samstag unter Kontrolle gebracht werden.Auf dem spanischen Festland kämpfte die Feuerwehr gegen vier , von Candamo in der nördlichen Region Asturien bis zu einem in Cortegana im südwestlichen Huelva. In diesem Jahr sind in Spanien bei Wald- und Buschbränden bereits sieben Menschen ums Leben gekommen. Rund 75.000 Hektar Land wurden ein Raub der Flammen - mehr als die doppelte Fläche der Stadt München.© 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights ReservedIn der Mitte Deutschlands bleibt es trocken
Offenbach (dpa) - Am Montag fällt im Nordosten anfangs noch schauerartiger und teils gewittriger Regen, wobei es lokal begrenzt kräftig regnen kann. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit.Tiefdruckgebiet vertreibt kurzfristig den Sommer Bild vergrößernAuch im Süden Baden-Württembergs setzt erneut Regen ein, der sich im Tagesverlauf ostwärts auf große Teile Bayerns ausdehnt und gebietsweise ergiebig ist. Örtlich kann dabei auch ein Gewitter eingel
agert sein. Im übrigen Deutschland ist es wechselnd bewölkt mit einigen Auflockerungen und nur vereinzelten Schauern.Die Höchstwerte liegen zwischen 18 und 24 Grad, bei länger andauerndem und ergiebigen Regen nur um 16 Grad. Der Wind weht schwach bis mäßig aus westlichen bis nördlichen Richtungen. In der Nacht zum Dienstag regnet es im Süden und Südosten zum Teil ergiebig weiter. Ansonsten ist es wolkig bis klar und meist trocken. Die Luft kühlt auf 16 bis 9 Grad ab.Union Carbide verteidigt Manager nach Chemieunfall von Bhopal
New York (AP) Das US-Chemieunternehmen Union Carbide hat einen früheren Manager in Schutz genommen, der in Indien wegen der Katastrophe von Bhopal vor 25 Jahren mit Haftbefehl gesucht wird. Alles weise darauf hin, dass das Gas damals wegen der Sabotage eines Mitarbeiters entwichen sei, erklärte ein Sprecher von Union Carbide am Sonntagabend. Das habe zwar furchtbare Folgen gehabt, doch sei es nicht sinnvoll, weiterhin eine Tragödie zu kriminalisieren, die niemand habe vorhersehen können.Bei dem Industrieunfall waren im Dezember 1984 in einem Be
trieb von Union Carbide giftige Gase ausgetreten. Mindestens 10.000 Menschen wurden getötet, insgesamt 550.000 Anwohner waren betroffen. Am Freitag hatte ein indisches Gericht gegen den damaligen Konzernchef Warren Anderson erneut einen Haftbefehl verhängt und die indische Regierung angewiesen, sich in Washington für seine Auslieferung einzusetzen. Anderson war nach dem Unglück in Indien festgenommen worden, hatte später aber das Land verlassen und lebt nun in New York.© 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights ReservedFünf Reifen eines Verkehrsflugzeugs bei Landung geplatzt
Minneapolis (AP) Bei der Landung eines Flugzeugs der Northwest Airlines auf dem Flughafen von Minneapolis sind am Sonntag fünf Reifen der Maschine geplatzt. Der Jet kam dennoch nicht von der Landebahn ab, die anschließend für mehrere Stunden gesperrt werden musste. Die Ursache des Zwischenfalls war zunächst unklar. Ein Flughafenspr
echer sagte, der Pilot habe überhitzte Bremsen gemeldet. An Bord der Maschine befanden sich keine Passagiere, sondern 15 Mitarbeiter der Airline. Das bislang von Delta betriebene Flugzeug sollte in Minneapolis für seine künftigen Einsätze vorbereitet werden.© 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights ReservedPolen gedenken des Warschauer Aufstandes vor 65 Jahren
Mit bewegenden Gedenkfeiern haben tausendeam Samstag an den Warschauer Aufstand gegen die deutschen Besatzer vor 65 Jahren erinnert. "Unser größter Sieg steht hier und heute vor uns - die nächste Generation", sagte der 92-jährige Vorsitzende einer Vereinigung ehemaliger Widerstandskämpfer, Zbigniew Scibor-Rylski. Wegen Auseinandersetzungen mit den Sowjetmachthabern kamen die Widerstandskämpfer erst seit 1989 zu Ehren.Polen gedenkt des Warschauer Aufstandes vor 65 Jahren Bild vergrößern"Damals wollte ich bloß Rache, ich war voller Hass", sagte der 80-jährige Julian Kulski, der in denlebt und zu den Feierlichkeiten nach Warschau gekommen war. Noch heute bekomme er eine Gänsehaut, wenn jemand deutsch spreche. Der 18-jährige Tobiasz Berger sagte, die Kriegszeiten seien "lange vorbei". Aber er sei "wirklich stolz" auf seine Landsleute, die damals Widerstand geleistet hätten.Bei dem am 1. August 1944 begonnenen Aufstand hatte die polnische Untergrundarmee AK zwei Monate lang erbittert versucht, die deutschen Besatzer zu vertreiben. 18.000 polnische Widerstandskämpfer, 17.000 Wehrmachtssoldaten und 200.000 Zivilisten wurden bei den Gefechten und Massakern getötet. Nach 63 Tagen, am 2.
Oktober, musste die Untergrundarmee kapitulieren.Im südlichen Stadtteil Mokotow, wo die Wehrmacht Ende September 1944 wieder die Kontrolle übernahm, spielte ein Militärorchester ein Lied der Widerstandsbewegung. Viele Teilnehmer der Gedenkfeiern trugen rot-weiße Armbinden in den Farben der polnischen Flagge. Rund 32.000 Aufständische kamen zu Kriegszeiten mit dem Leben davon, von ihnen starben die meisten an Krankheiten oder altersbedingt, rund 3500 sind heute noch am Leben.Nach dem Scheitern des Aufstandes wurden die verbliebenen 500.000 Einwohner damals aus Warschau vertrieben; die Stadt wurde auf Befehl Adolf Hitlers weitgehend zerstört. Der Aufstand richtete sich gegen die deutschen Besatzer und hatte zudem das Ziel, vor dem Einmarsch der Roten Armee eine polnische Führung in Warschau zu etablieren.Polnische Historiker warfen Moskau später vor, tatenlos zugesehen zu haben, wie die Nazis den polnischen Widerstand niederschlugen. Zu Zeiten des Kommunismus wurde das Gedenken an den Warschauer Aufstand in Polen unterdrückt. Der "Geist und die moralische Stärke" des Aufstands seien jedoch in den 80er Jahren in der Solidarnosc-Bewegung wieder aufgelebt, sagte der frühere Warschauer Bürgermeister Marcin Swiecicki.Spaniens Königspaar tritt Mallorca-Urlaub trotz Anschlags an
Ungeachtet des tödlichen Anschlags auf Mallorca hat die spanische Königsfamilie am Samstag ihren traditionellen Sommerurlaub auf der Baleareninsel angetreten. Er sei froh und fühle sich sicher, aber die Bemühungen zur Zerschlagung der baskischen Untergrundorganisation ETA müssten fortgesetzt werden, sagte König Juan Carlos bei der Ankunft auf dem Flughafen. Anschließend fuhr er mit Königin Sofia zur königlichen Sommerresidenz in der Nähe der Inselhauptstadt Pa
lma.Bild vergrößernAm Donnerstag waren bei einem Bombenanschlag in Palmanova auf Mallorca zwei Polizisten getötet worden. Am Mittwoch wurden vor einer Kaserne der Guardia Civil im nordspanischen Burgos 64 Menschen durch eine Autobombe verletzt. Beide Anschläge wurden der baskischen ETA zugeschrieben. Die Suche nach den Tätern dauert an. Nach Medienangaben wurde weiter nach einem Paar gesucht, das sich kürzlich ein Zimmer in einem Hotel auf Mallorca gemietet hatte.Keine heiße Spur von Mallorca-Attentätern
Palma/Madrid (dpa) - Nach dem Mord an zwei Polizisten auf Mallorca haben die spanischen Sicherheitskräfte noch keine heiße Spur von den Attentätern. Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba räumte ein, es sei möglich, dass die Terroristen die Insel bereits vor Beginn der Großfahndung verlassen hätten.Bild vergrößernDie Kontrollen auf dem Flughafen von Mallorca und in den Seehäfen der Insel würden aber aufrechterhalten, sagte der Minister dem Radiosender Cadena SER. «Wir haben uns auf keine bestimmte Hypothese festgelegt.» Zwei Beamte der paramilitärischen Guardia Civil (Zivilgarde) waren am Donnerstag im Badeort Palmanova bei einem Bombenanschlag getötet worden. In einer bewegenden Beisetzungsfeier nahmen Militärs, Polizisten, Familie und Freunde am Samstag Abschied von einem der Opfer.Die spanische Regierung und die Ermittler gehen davon aus, dass die Attentäter der baskischen Untergrundorganisation ETA angehören. Nach Erkenntnissen der Polizei hatten die Terroristen den Sprengsatz mit einem Zeitzünder zur Explosion gebracht. Dies würde bedeuten, dass die Attentäter genügend Zeit hatten, Mallorca zu verlassen, bevor die Bombe explodierte und die Polizei die Insel abriegelte.Mit einer beispiellosen Großfahndung sucht die Polizei nach den Terroristen. Mehr als 1600 Beamte sind bei der größten Fahndungsaktion in der Geschichte der Balearen-Insel im Einsatz. Die Polizei nahm strenge Kontrollen in den Häfen und auf dem Flughafen der Insel vor. «Es soll niemand Mallorca verla
ssen, ohne identifiziert zu werden», sagte der Präfekt auf den Balearen, Ramón Socías.Trotz der verschärften Kontrollen gab es bei den Urlauberflügen nur wenig Verspätungen. Dabei erlebte Mallorca eines der verkehrsreichsten Wochenenden des Jahres. Insgesamt mussten fast eine halbe Million ankommende und abreisende Urlauber abgefertigt werden.Bei der Suche nach den Terroristen durchkämmten die Beamten auch billige Herbergen, besetzte Häuser und leerstehende Wohnungen. Eine Augenzeugin wollte eine der meistgesuchten ETA-Terroristinnen kurz vor dem Attentat in Palmanova im Postamt des Badeorts gesehen haben.Am Samstagabend trafen König Juan Carlos und Königin Sofía auf Mallorca ein. Die königliche Familie verbringt traditionell ihre Ferien auf der Mittelmeerinsel. Ihr Feriendomizil liegt nur acht Kilometer von Palmanova entfernt, wo am Donnerstag die zwei Beamten getötet worden waren. «Ich fühle mich auf Mallorca völlig sicher», sagte der König nach seiner Ankunft. «Man muss der ETA was auf den Deckel geben, bis sie erledigt ist.»Die Regionalregierung der Balearen entschuldigte sich bei den Mallorca-Urlaubern für die Unannehmlichkeiten, die den Touristen durch die verschärften Sicherheitsvorkehrungen entstanden sind. «Wir danken den Touristen für die Geduld und die Solidarität, die sie in dieser Extremsituation bewiesen haben», heißt es in einer in Palma de Mallorca veröffentlichten Erklärung. Mallorca werde auch in Zukunft ein attraktives und sicheres Reiseziel sein.Analyse: Formiert sich die ETA neu?
Madrid (dpa) - Eigentlich hatten sich die Mallorquiner vor dem Terror der baskischen Untergrundorganisation ETA ziemlich sicher gefühlt. Das Baskenland ist von der spanischen Ferieninsel weit entfernt, die Insellage und das Mittelmeer schienen Mallorca einen ausreichenden Schutz zu bieten.Bild vergrößern«Aber nun ist geschehen, was niemand für möglich gehalten hatte», sagt Carlos Delgado, Bürgermeister der mallorquinischen Kreisstadt Calvià.Zu seinem Gebiet gehört der Badeort Palmanova, in dem mutmaßliche ETA-Terroristen am Donnerstag zwei Polizisten bei einem Bombenanschlag getötet hatten. «Wir hatten uns, ehrlich gesagt, niemals vorstellen können, dass so etwas bei uns passieren könnte.» Vielleicht habe die Polizei sich auf Mallorca zu sicher gefühlt und es an der nötigen Wachsamkeit fehlen lassen, meint der Bürgermeister.Das Mordattentat überraschte nicht nur die Mallorquiner, sondern auch die Anti-Terror-Einheiten der spanischen Sicherheitskräfte. Die ETA hatte nach der Festnahme ihrer Anführer und der Zerschlagung mehrerer Terrorzellen als eine Organisation gegolten, die in den letzten Zügen lag. Niemand hatte es den Separatisten zugetraut, innerhalb von zwei Tagen einen massiven Bombenanschlag auf eine Polizeikaserne in Burgos und ein Mordattentat auf Beamte in Palmanova zu verüben.Auf Mallorca schlug die ETA ausgerechnet in einem Zentrum des Massentourismus in der Nähe des Feriendomi
zils des spanischen Königs Juan Carlos zu. Die Terroristen gingen dabei ein hohes Risiko ein. Sie bereiteten ihr Attentat in Palmanova vor, obwohl dort die Sicherheitskräfte aufgrund der erwarteten Ankunft des Monarchen verstärkt worden waren. Am helllichten Tage montierten sie Haftbomben an zwei Einsatzfahrzeugen der paramilitärischen Guardia Civil (Zivilgarde). Einer dieser Sprengsätze wurde nicht gezündet, weil das betreffende Fahrzeug von der Polizei nicht benutzt wurde.Das Ziel des Attentats hatten die Terroristen mit Bedacht ausgewählt. Die ETA hatte schon vor längerer Zeit Informationen über die Einrichtungen der Polizei in Palmanova gesammelt. Sie dürfte daher gewusst haben, dass die Sicherheitsvorkehrungen eher mangelhaft waren. Eine der Polizeikasernen verfügte nicht einmal über Videokameras zur Überwachung der Umgebung.Die Spanier stellen sich nach den Terroranschlägen von Burgos und Mallorca nun die Frage: Hat die Polizei die Stärke der ETA unterschätzt? Nach Informationen der Zeitung «El País» hatte die Organisation, die am Freitag den 50. Jahrestag ihrer Gründung «feierte», bei den jüngsten Anschlägen alle Kräfte aufgeboten, die ihr zur Verfügung stehen. Das Konkurrenzblatt «El Mundo» zitierte dagegen Terrorismus-Experten mit der Vermutung, dass es der ETA möglicherweise gelungen sei, neue Terrorzellen aufzubauen, deren Mitglieder von den Fahndern noch nicht erfasst sind.

